Ferdinand von Wrede

Ferdinand von Wrede

Male 1619 - 1685  (66 years)    Has more than 100 ancestors and more than 100 descendants in this family tree.

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  • Name Ferdinand von Wrede 
    Relationshipwith Francis Fox
    Born 1619 
    Gender Male 
    Died 1685 
    Person ID I480615  Geneagraphie
    Last Modified 9 Jul 2004 

    Father Stephan von Wrede,   b. 1570,   d. 1630  (Age 60 years) 
    Mother Wilhelmine Dorothea von Rolshausen zu Müllenbach,   d. Bef 1634 
    Siblings 1 sibling 
    Family ID F192063  Group Sheet  |  Family Chart

    Family 1 Sibilla Elisabeth von Plettenberg zu Schwarzenberg,   d. Yes, date unknown 
    Last Modified 9 Jul 2004 
    Family ID F192065  Group Sheet  |  Family Chart

    Family 2 Johanna Maria von der Horst zu Hellenbrock und Müdlinghoven,   d. Yes, date unknown 
    Last Modified 9 Jul 2004 
    Family ID F192066  Group Sheet  |  Family Chart

    Family 3 NN,   d. Yes, date unknown 
    Children 
     1. Heinrich Wrede,   b. 1642, Uffen Find all individuals with events at this location,   d. 15 Oct 1720, Wiedelah Find all individuals with events at this location  (Age 78 years)
    Last Modified 9 Jul 2004 
    Family ID F192071  Group Sheet  |  Family Chart

  • Photos
    480615.jpg
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  • Notes 
    • Der Adelssitz Melschede liegt etwa 11 km südwestlich von Arnsberg, der ehemaligen Hauptstadt des Herzogtums Westfalen.
      Der Ort wird zuerst 1281 erwähnt. Der Adelssitz ist im Mittelalter zweigeteilt: Es gibt ein oberstes und ein niederstes adeliges Haus. Beide sind ursprünglich in der Hand verschiedener Familien. Das niederste Haus Melschede fußt dabei ursprünglich auf Vogteirechten, welche Hermann Vlecke als Dienstmann der Arnsberger Grafen zwischen den Jahren 1280 und 1285 über eine Manse zu Melschede erhalten kann. Um 1300 ist auf diesem Besitz eine Familie von Benkamp nachzuweisen, welche sich spätestens seit etwa 1340- in Ableitung vom Ortsnamen- von Melschede nennt. der letzte der Familie, Hermann von Melschede, verheiratet vor 1506 seine Tochter mit Johann von Kobbenrode. Dieser verläßt um 1527 Melschede, um das Drostenamt Eversberg zu übernehmen. Seine Tochter Margarethe heiratet schließlich Dietrich von Wrede zu Ameke, wodurch das niederste Haus Melschede an die Familie von Wrede fällt.
      Das oberste Haus Melschede ist dagegen noch enger mit der Familie Wrede verbunden. Als erster Besitzer ist dort nach 1364 ein Albert Wrede nachzuweisen. Dessen Söhne erscheinen 1437 als Ritter unter Teilnahme an der ersten, als Erblandsvereinigung der westfälischen Ritterschaft und bezeichneten Ständeverfassung des Landes. Die folgenden Namensträger gehören zur selben Linie der Wrede zu Melschede.
      Erst Stephan von Wrede (1570-1628) aus dem niedersten Haus gelangt im Juli 1609 in den Besitz beider Häuser, als er das oberste Haus der verwandten Linie abkaufen kann. Das oberste Haus wird dem Stephan von Wrede von den Vormündern des Dietrich von Wrede und dessen Mutter Anna von Plettenberg, Witwe des Heinrich von Wrede, wegen hoher Verschuldung mit allem Zubehör verkauft. Während das oberste Haus freiadeliges Allodialgut ist, bleibt das niederste Haus Melschede seit 1572 bis zur Auflösung des Kurfürstentums lehsabhängig vom Kölner Erzstuhl und wird jedem Nachkommen Stephans bis 1785 per Lehnsbrief vergeben. Inbegriffen sind in diesen Belehnungen neben dem adeligen Haus auch die zum Adelssitz gehörige Mühle sowie der im kurkölnischen Amt Werl liegende Bispinghof in Westönnen. In der Kurkölner Ritterschaftsmartrikel werden allerdings weiterhin beide Häuser getrennt geführt, obwohl spätestens seit den Baumaßnahmen unter Ferdinand von Wrede faktisch nur noch ein adeliges Haus Melschede besteht.

      Das oberste Haus sowie das ursprünglich niederste Haus sind nicht mehr erhalten. Deren Aussehen sind bis jetzt nicht zu klären, da sich darüber weder zeitgenössisches Bild- noch Archivmaterial erhalten hat. es seht nur fest, daß aufgrund der beschränkten Tallage das oberste Hauswohl in unmittelbarer Nachbarschaft neben dem niedersten Hause gestanden haben muß. Unterhalb wird dann unter Ferdinand das neue Haus Melschede auf Allodialgrunderrichtet, wobei er einen Teil des Lehengebiets überbaut. In der Folgezeit wird daher das neue Haus weiter als "niederstes Haus Melschede" bezeichnet.

      Der Bauherr des heute noch erhaltenen Herrenhauses wird 1619 als erster Sohn Stephan von Wrede und dessen zweiter Ehefrau Wilhelmine Dorothea von Rolshausen (+vor 1634) geboren. Sein Vater ist Stadthalter des Kurfürsten zu Limburg a.d. Lenne, wird 1600 Drost von Balve und schließlich 1605 bzw. kurkölnischer Hofmeister und Rat im Herzogtum Westfalen. Bereits sein Vater Johann hatte drei beiden Ämter des Stadthalters und Hofmeisters bekleidet. Ferdinand wird in den meisten Ämtern seines Großvaters und Vaters wie auch als Herr von Melschede deren nachfolger. So wird er 1641 Droste von Balve, 1647 Rat im Herzogtum Westfalen und 1659 Kölnischer Hofmeister. Wichtig ist besonders seine Position als Oberstallmeister des Kurfürsten Maximilian Heinrich ab 1668. Ferdinand ist, wie sein Großvater und Vater, zudem Berghauptmann von Westfalen. Diese Ämter ermöglichen es ihm, auch die hohen Kosten für den Neubau des Hauses aufzubringen.
      1651 belehnt Kurfürst Maximilian Heinrich seinen Rat Ferdinand endgültig "mit dem niedersten Hauß Melschede, in seinem von wassergraben, auch der Mullen daselbst unter Melschede gelegen, deßgleichen dem Bispinghoff zu Westonnen, im Ambt von Werll". 1654 tritt "Ferdinand Wrede zu Melschede" dann als ein Mitunterzeichner der erneuten Erblandsvereinigung des Herzogtums auf.

      Seit 1672 stellvertretender Landdrost für den seit 1649 amtierenden, mittlerweile geistesschwachen Dietrich von Landsberg, wird Ferdinand 1684 schließlich kurfürstlich westfälischer Landdrost und somit Stellvertreter des Kurfürsten und Herzogs von Westfalen. Er muß daher seinen Hausstand nach Arnsberg verlegen und das Herzogtum mit den Räten regieren. Durch seinen im gleichen oder nächsten Jahr erfolgten Tod kann er das neue Amt allerdings nicht lange ausüben.

      Ferdinand ist in erster Ehe mit Sibilla Elisabeth von Plettenberg zu Schwarzenberg und, nach deren frühen Tod, in zweiter Ehe mit Johanna Maria von der Horst zu Hellenbrock und Müdlinghoven verheiratet. Die Ehe bleibt ohne eheliche Nachkommen. Heinrich von Wrede (1642-1720), ein unehelicher Sohn Ferdinands, hat keinen Anspruch auf Melschede wurde aber Begründer der fürstlichen Stammreihe Ellingen. Ferdinand und seine Frau setzen als Universalerben des Hauses Melschede Ferdinands Neffen und Patensohn Ferdinand Stephan (1662-1722) ein. Von ihm stammt die heutige freiherrliche Familie Wrede auf Melschede ab.


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