Juda Loeb Oppenheimer

Juda Loeb Oppenheimer

Male 1500 - 1573  (73 years)    Has 9 ancestors and more than 100 descendants in this family tree.

Personal Information    |    Notes    |    All

  • Name Juda Loeb Oppenheimer 
    Relationshipwith Francis Fox
    Born 1500  Heidelberg Find all individuals with events at this location 
    Gender Male 
    Died 1572-1573  Frankfurt Find all individuals with events at this location 
    Person ID I370549  Geneagraphie
    Last Modified 27 Dec 2004 

    Father Majer Oppenheim,   d. 1511, Worms Find all individuals with events at this location 
    Mother Gutlin Weisenau,   b. Weisenau Find all individuals with events at this location,   d. Abt 1530, Frankfurt Find all individuals with events at this location 
    Family ID F199679  Group Sheet  |  Family Chart

    Family Edel Wisenau,   d. Yes, date unknown 
    Children 
     1. Mosche Oppenheimer,   b. Abt 1532, Frankfurt Find all individuals with events at this location,   d. 12 Mar 1626, Frankfurt Find all individuals with events at this location  (Age ~ 94 years)
     2. Amschel Oppenheimer,   d. Yes, date unknown
     3. Joseph Oppenheimer,   d. 1593
    Last Modified 27 Dec 2004 
    Family ID F146696  Group Sheet  |  Family Chart

  • Notes 
    • "Zum Riesen" Worms, "Zum HIRSCH" Frankfurt

      Die Familie Oppenheim(er), war eine sehr alte und über ganz Europa verzweigte Familie. Einzelne Familienmitglieder gelangten zu großem Ruhm und Reichtum. Der Frankfurter Zweig der Familie wurde von dem Ehepaar Löb (Juda) und Edel Oppenheimer begründet, die im Jahre 1531 aus Heidelberg nach Frankfurt zogen und sich im Haus Zum Hirschen niederließen. Das Ehepaar hatte drei Söhne, Amschel zum Fisch, Joseph zum Weißen Löwen und Mosche zum Schwert.
      Die beiden letzteren waren bereits 1573 angesehene Kaufleute und lebten vom Handel mit Seide, Schnüren und Textilien. Im Jahre 1590 zählten sie zu den Höchstbesteuerten innerhalb der Jüdischen Gemeinde. Die Familie hat in der Judengasse stets als eine der vornehmsten gegolten und viele Gelehrte, Gemeindevorsteher und reiche Bankiers hervorgebracht. Die verschiedenen Zweige der Familie werden nach ihren Stammhäusern unterteilt, die berühmteste war die Linie der Oppenheim, genannt Heidelburg, im roten Hirschen und im Schwert. Aus diesem Familienzweig stammte u.a. der Wiener Hofjude Samuel Oppenheimer (1653-1703), der als "Fugger seiner Zeit" bezeichnet wurde. Er war mit Prinz Eugen befreundet und spielte als Armeelieferant und Geldgeber des kaiserlichen Hauses eine wichtige Rolle in der Finanzierung des Krieges gegen die Türken im Jahre 1683. Seine zu 12-20% Zins gegebenen Darlehen stellten den größten Posten unter den damaligen Schulden Österreichs dar. Nach seinem Tode im Mai 1703 verfügte die kaiserliche Regierung den Konkurs über seinen Nachlaß und stürzte damit alle mit Oppenheimer in Verbindung stehenden Börsen, namentlich die Frankfurter Börse und ihre Makler, in eine schwere Krise. Fast sämtliche große jüdische Wechselfirmen, so z. B. Isaac Goldschmidt sowie auch christliche Häuser, erlitten schwere Verluste. Aus dieser Familie stammte auch der bekannte Josef Süß Oppenheimer (1690-1738), der als Hoffaktor bei Prinz Karl Alexander von Württemberg in Stuttgart diente. Seine Mutter war eine Frankfurterin, Jud Süß Oppenheimer selbst hielt sich zur Durchführung seiner Finanzgeschäfte oft monatelang in Frankfurt auf, wo eraußerhalb der Judengasse eine geräumige Wohnung hatte. Er diente Lion Feuchtwanger als Vorlage für seinen historischen Roman Jud Süß. Ebenso zur Familie gehörte der bekannte Gelehrte und Landesrabbiner von Mähren und Böhmen David Oppenheim (1664-1736).

      According to Christof Eberstadt CPA-Eberstadt-at-t-online.de, Juda Loeb OPPENHEIM married Sorle Cayn (b.
      Frankfurt?, d. ? 23 Jan 1579 Frankfurt) daughter of Majer Cayn = KATZ "Zur Pforte" Frankfurt and Gutlin BINGEN daughter of Schaul BINGEN. Gutlin remarried Amschel KATZ "Zum Storch" son of Simon (d. 03 Mar 1586 Frankfurt).
      Eberstadt's source is the Ele Toldot in Frankfurt.

      Alternatively, according to Lawrence D. WEINBERG larryw-at-bu.edu, Juda Loeb OPPENHEIMER's wife was Edel Wisenau whose family tree can be traced back to Lewe Butzbach (d. 1450) son of Smohel Butzbach.
      WEINBERG's sources were:
      (1) a web site Jewish Families of Frankfurt am Main, with the information mostly from Dietz's Stammbaum der Frankfurter Juden; and
      (2) Genealogical Tables of Jewish Families, 14th-20 Centuries, Forgotten Fragments of the History of the FRAENKEL Family, by Louis and Henry FRAENKEL (2d ed. 1999).
      Both say that Edel Wisenau, daughter of Simon Wisenau, was married to Loeb Juda OPPENHEIM, the father of Moses OPPENHEIM.

      Hofjude, Hoffaktor
      In der Frankfurter Judengasse lebten mehrere sogenannte Hoffaktoren. Besonders einzelne Mitglieder der Familien Oppenheim und Wertheimer machten in dieser Funktion eine steile Karriere.
      Hoffaktoren waren in Deutschland eine Erscheinung des 17. und 18. Jahrhunderts, also der Hochblüte der unumschränkten, absolutistischen Fürstenmacht. Als Vertrauensmänner der Fürsten genossen sie faktisch oft einen ebenso großen Einfluß wie ein Minister. Allerdings blieben sie dabei immer freie Unternehmer. Als solche waren sie die maßgeblichen finanz- und wirtschaftspolitischen Berater der Fürsten. Sie halfen ihnen bei der Durchsetzung ihrer macht- und wirtschaftspolitischen Interessen durch die Beschaffung von (zumeist sehr großen) Geldmitteln und Waren, vor allem Kriegsgerät, aber auch von Luxusgütern für den persönlichen Bedarf des Herrschers. Das unternehmerische Risiko blieb für sie dabei voll erhalten. Als Hoffaktoren wurden bevorzugt Juden herangezogen. Als Angehörige einer vielfach diskriminierten Minderheit waren sie offenbar eher bereit, sich diesem risikoreichen Geschäft zuwidmen. Auch verfügten sie durch ihre frühe Abdrängung ins Geldgeschäft über die nötige finanztechnische Erfahrung. Schließlich kamen ihnen ihre weitreichenden Familienbeziehungen hier sehr zugute. Die Stellung des jüdischen Hoffaktors war gekennzeichnet von der Spannung zwischen hohen materiellen Gewinnchancen und einem zum Teil nicht geringen Einfluß auf die Politik der Fürsten einerseits und einer mitunter persönlich sehr riskanten Abhängigkeit vom Wohlwollen des Fürsten andererseits. Der bekannteste jüdische Hoffaktor, in dessen Schicksal sich Erfolg und Tragik prototypisch spiegeln, war Josef Oppenheimer, genannt Jud Süß, in Württemberg.

      Oppenheimer, Joseph Süß (um1690-1738)
      Joseph Süß Oppenheimer ist unter dem Namen Jud Süß als der berühmteste und umstrittener Finanzier und Hoffaktor in die Geschichte eingegangen. Er wurde um 1690 in Heidelberg als Sohn des Steuereinnehmers der pfälzischen Landjudenschaft Süßkind geboren und gehörte der bekannten Frankfurter Familie Oppenheimer an. Er begann seine geschäftliche Tätigkeit in der Pfalz, in Hessen und in Köln, wo er sich als Pächter des Stempelpapiers, als Münzmeister und Hoflieferant, aber auch als Juwelenhändler und Geldverleiher einen Namen machte. Im Jahre 1732 machte ihn Prinz Karl Alexander von Württemberg zu seinem Hoffaktor. Als Karl Alexander ein Jahr später die Regierung in Württemberg antrat, übertrug er Jud Süß bei Ausbruch des Krieges die gesamte Heereslieferung des schwäbischen Kreises und ernannte ihn zum Residenten in Frankfurt am Main. Hier durfte er sich außerhalb der Judengasse eine Wohnung halten und hatte einen ständigen Vertreter in der Person des Hofrates Leining. Seine Mutter war eine Frankfurterin und lebte in der Judengasse. Oppenheimer wurde zum politischen Ratgeber des Fürsten und begann in dessen Auftrag einschneidende wirtschaftliche Reformen durchzuführen. So errichtete er z.B. das Salz-, Leder-, Wein-, und Tabakmonopol und trieb das bereits existierende, herzogliche Fabrikationsmonopol zügig voran. Der den Kommunen seit Jahrhunderten vertraglich zugesicherte freie Salzhandel wurde verstaatlicht. Nach französischem Vorbild wollte er gegen den erbitterten Widerstand der Stände einen absolutistischen Staat mit merkantilistischem, d.h. ein frühkapitalistisches gleichwohl staatlich gelenktes und kontrolliertes Wirtschaftssystem einführen. Er ließ Porzellan- und Seidenmanufakturen errichten, gründete die erste Bank in Süddeutschland und setzte die Anfänge der Industrialisierung in Gang. Nach dem Tod des Fürsten wurde er von dessen Nachfolger und seinen ständischen Gegnern sofort verhaftet und in einem langen aufsehenerregenden Prozeß durch ein Kriminalgericht in Stuttgart zum Tode verurteilt. Im Februar 1738 wurde er erhängt. Der Schriftsteller Lion Feuchtwanger (1884-1958) hat sein Schicksal indem Roman Jud Süß dargestellt, der Regisseur Veit Harlan während des Nationalsozialismus einen gleichnamigen antisemitischen Hetzfilm gedreht.

      Geld- und Kreditgeschäfte / Bankgewerbe
      Viele Bewohner der Judengasse waren sich in Geld- und Kreditgeschäften engagiert. Ursprünglich waren Juden geschäftlich im Waren- und Fernhandel tätig gewesen. Daraus wurden sie jedoch seit dem 12. Jahrhundert von christlichen Kaufleuten aus Konkurrenzgründen verdrängt und zunächst weitgehend auf das Geld- und Kreditgeschäft beschränkt. Für diese Entwicklung waren auch theologische Gründe von Bedeutung. Das Zinsnehmen war nach der kirchlichen Lehre Christen verboten und durfte deshalb kirchenoffiziell nur von Juden ausgeübt werden. Damit entstand eine sehr widersprüchliche Situation. Einerseits war das Kreditgeschäft wirtschaftlich unabdingbar geworden, andererseits wurden diejenigen, die sich ihm zugewendet haben, also die Juden, verurteilt. Der kirchliche Antijudaismus hat hier eine seiner wesentlichen Wurzeln. Dennoch verhinderte die kirchlichen Lehre die Entwicklung eines von Christen getragenen Geldgeschäfts nicht. Die großen Geldkapitalisten der frühen Neuzeit, die Fugger, die Welser und die Imhof, waren Christen. Darüber hinaus hatten sich die Judenseit dieser Zeit auch wieder aus ihrer Beschränkung auf Geld- und Kreditgeschäfte, zu denen vor allem auch die Pfandleihe gehörte, gelöst und wieder den verschiedenen Branchen des Warenhandels zugewandt. Im Geld- und Kreditwesen haben sie aber als Geldwechsler und Wechselmakler und im 17. und 18. Jahrhundert als Hoffaktoren immer eine bedeutende Rolle gespielt. Daraus hat sich seit dem 18. Jahrhundert immer mehr das moderne Bankgeschäft entwickelt, wie wir es heute kennen. Aufgrund der Erfahrungen, die Juden über Generationen in Geld- und Kreditgeschäften gesammelt hatten, haben sie sich hier im 19. Jahrhundert besonders stark engagiert. Insbesondere der Name Rothschild ist zu einem Synonym für die Bedeutung von Juden im Bankengewerbe geworden. Im Geldgeschäft und im Bankenwesen war die Stellung der Juden über die Jahrhunderte zwar von großer Bedeutung, aber sie führte bei der (christlichen) Umwelt häufig zu einer starken Überschätzung ihres tatsächlichen Einflusses. In dieser Überschätzung verschafften sich oft starke antijüdische Affekte Ausdruck.

      Steuern/ Abgaben/ Gebühren
      Erst der moderne Staat kennt ein System von Steuern, Abgaben und Gebühren, das weitgehend unabhängig ist von Konfession, Stand, Herkunft usw. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts gab es dagegen ungleiche Belastungen für die verschiedenen Gruppierungen der Gesellschaft. So hatten vor allem die Juden eine Reihe von besonderen Steuern, Abgaben und Gebühren zu leisten, die oft über das hinausgingen, was die christlichen Bürger zu erbringen hatten. Der Frankfurter Historiker Alexander Dietz nennt für die Frankfurter Juden 34 verschieden Abgaben. Sie wurden von den Kastenherren der jüdischen Gemeinde eingezogen und waren größ-tenteils an den Rat und den Kaiser abzuliefern. Dabei handelte es sich zum Teil um Schutzgelder, die die Juden für das Aufenthaltsrecht in der Stadt, die sogenannte Stättigkeit, zu entrichten hatten.


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